Autorin: Olga – Co-Founder GYMMONKY, MedTech-Managerin (Background: Physiotherapie & Sportwissenschaften), 20 Jahre als Wettkampfathletin, Personal Trainerin und Kursleiterin.
Fünf Orte im Gym und Fitnessstudio sind für den Grossteil der mikrobiellen Belastung verantwortlich: Hanteln und Griffe, Trainingsmatten, Polster und Banklehnen, Böden – und die Umkleide. Was Studien dort finden und was du sofort ändern kannst, ohne paranoid zu werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Staphylococcus aureus wurde in einer Feldstudie auf 38,2 % aller beprobten Fitnessgeräte-Oberflächen nachgewiesen (Dalman et al., 2019; 16 Fitnessstudios, 288 Abstriche).
- Fitnessgeräte-Oberflächen können je nach Gerät, Nutzung und Reinigungsstand erhebliche Keimlasten aufweisen – S. aureus wurde je nach Studie auf 38,2 % bis 73,8 % der beprobten Flächen nachgewiesen (Dalman et al., 2019; Bilung et al., 2018).
- Nassräume gelten als bekannter Übertragungsort für Dermatophyten, also Erreger von Fussinfektionen. Badeschuhe sind die empfohlene Schutzmassnahme.
- Bei hoher Nutzungsfrequenz kann eine einmalige tägliche Reinigung nicht verhindern, dass Fitnessgeräte zwischen Reinigungszyklen erneut kontaminiert werden.
Die 5 grössten Keimfallen im Gym und Fitnessstudio – und warum sie unterschätzt werden

1. Hanteln, Griffe und Gewichtsscheiben
Hanteln und Griffbereiche sind die am häufigsten beprobten und am stärksten kontaminierten Fitnessgeräte. In einer Feldstudie mit 16 Fitnessstudios unterschiedlicher Typen wurden auf Medizinbällen und Kabelzughangeln je 62,5 % der Proben positiv für S. aureus getestet, auf Gewichtsscheiben 56,3 % und auf Laufbandgriffen 50 % (Dalman et al., 2019).
Ursache der hohen Kontaminationsraten: direkter Hautkontakt mit Schweiss, fehlende Wischroutine zwischen Nutzern und die strukturelle Beschaffenheit von Griffflächen.
2. Trainingsmatten
Trainingsmatten nehmen durch direkten Körperkontakt – Haut, Schweiss, Hautschuppen – kontinuierlich Keime auf. Gleichzeitig sind ihre Oberflächen aufgrund von Textur und Material schwieriger vollständig zu desinfizieren als glatte Metall- oder Kunststoffflächen.
Relevante Erreger: S. aureus und bei Barfussnutzung Dermatophyten (Pilzerreger). Gemeinschaftsmatten sollten vor und nach Nutzung desinfiziert werden – und barfuss nur auf eigener Matte trainiert werden.
3. Polster und Banklehnen
Bankauflagen, Rückenpolster und Sitzflächen werden im Fitnessstudio ständig benutzt: Hautkontakt, Schweiss, Kleidung und Sporthandtücher kommen dort direkt zusammen. Für dein Sporthandtuch ist das problematisch, wenn es genau dort abgelegt wird.
Denn alles, worauf dein Sporthandtuch liegt, kann auf dein Sporthandtuch übertragen werden. Und was auf deinem Sporthandtuch landet, kann später mit Gesicht und Haut in Kontakt kommen.
Studien aus verschiedenen Ländern zeigen: Häufig berührte Fitnessgeräte-Oberflächen können mit relevanten Keimen belastet sein. Die exakten Werte unterscheiden sich je nach Fitnessstudio und Reinigung – aber das Muster ist eindeutig genug, um daraus eine einfache Regel abzuleiten: Dein Sporthandtuch sollte nicht auf zufälligen Trainingsflächen liegen.
Für dein Sporthandtuch bedeutet das: Aufhängen ist besser als Ablegen. Mehr dazu im Beitrag Sporthandtuch-Hygiene im Fitnessstudio: Schutz oder Risiko?
4. Böden im Trainingsraum
Böden werden in Studien seltener beprobt als Fitnessgeräte, weisen aber ebenfalls Kontamination auf – mit S. aureus, Enterobacteriaceae, Bacillus spp. und Schimmelpilzen (Dalman et al., 2019). Als Keimreservoir sind Böden relevant: Sporthandtücher, die den Boden berühren, können diese Keime aufnehmen und weiterverteilen.
Die Übertragungskette Boden → Sporthandtuch → Haut ist biologisch plausibel. Direkte quantitative Daten aus Fitnessstudios fehlen – was die Mechanismus-Logik jedoch nicht aufhebt.
5. Umkleiden und Duschen
Nassräume sind ein bekannter Übertragungsort für Dermatophyten (Trichophyton-Arten, Erreger von Tinea pedis/Athletenfuss). Die Erreger verbreiten sich über Hautschuppen auf feuchten Böden in Duschen und Umkleiden. Die Nutzung von Gemeinschaftsduschen ohne Badeschuhe gilt als Risikofaktor (Ilkit & Durdu, 2015).
Sportler, die gemeinsame Nassräume nutzen, sind häufiger von Tinea pedis betroffen als die Normalbevölkerung. Badeschuhe in Dusche und Umkleide sind die etablierte Schutzmassnahme (Ilkit & Durdu, 2015).
Was wirklich auf diesen Oberflächen lebt
Die Keimprofile in Gyms und Fitnessstudio-Studien zeigen ein konsistentes Muster. Einen ausführlichen Überblick über alle Erreger und Hotspots findest du in unserem Artikel Hygiene im Fitnessstudio: Was auf Fitnessgeräten, Böden und Sporthandtüchern wirklich lebt.
Staphylococcus aureus (inkl. MRSA): Der klinisch relevanteste Erreger im Fitnessstudio-Kontext. In einer Feldstudie mit 288 Abstrichen in 16 Fitnessstudios auf 38,2 % der beprobten Oberflächen nachgewiesen – mit deutlichen Unterschieden je nach Fitnessstudio und Fitnessgerät-Typ (Dalman et al., 2019).
Dermatophyten (Trichophyton, Epidermophyton): Relevant in Nassräumen und auf Matten. Verursachen Tinea pedis und Nagelpilz. Übertragung erfolgt hauptsächlich über kontaminierte Böden und gemeinsam genutzte Flächen (Ilkit & Durdu, 2015).
Weitere Erreger: Enterobacteriaceae, Bacillus spp. und Schimmelpilze. Wer keimfrei trainieren will, muss vor allem diese Hotspots kennen – nicht alle Flächen gleichermassen.
Wichtig: Keimnachweis ist nicht gleich Infektionsrisiko. Ob ein übertragener Keim klinisch relevant wird, hängt von Erregermenge, Eintrittspforte und individuellem Immunstatus ab. Hohe Keimzahlen sind ein Hinweis auf Reinigungsbedarf – keine Garantie für Erkrankung.
Warum Reinigungsfrequenz allein nicht reicht
Fitnessgeräte werden zwischen Reinigungszyklen laufend rekontaminiert. Das ist biologisch plausibel und durch Beobachtungen aus analogen Settings (Rehabilitations-Gyms, Healthcare) gestützt – direkte quantitative Fitnessstudio-Daten sind begrenzt.
Das bedeutet konkret: Selbst wenn ein Fitnessgerät morgens desinfiziert wurde, ist es nach den ersten Nutzern bereits wieder kontaminiert. Eine einmalige tägliche Reinigung kann die Keimlast während der Trainingszeit nicht konstant niedrig halten.
Die Konsequenz ist keine Paranoia, sondern Eigenverantwortung: Fitnessgeräte vor und nach der Benutzung desinfizieren, Sporthandtuch am Fitnessgerät, Hände nach dem Training waschen, keine unkontrollierte Kontaktkette Fitnessgerät → Sporthandtuch → Gesicht.
Was Profis nach 20 Jahren Training anders machen
«Im Wettkampfsport lernst du schnell: Wer sich regelmässig infiziert, trainiert nicht. Der Unterschied zwischen den Athleten, die immer krank sind, und denen, die es nie sind, liegt selten an Pech – meist an einem System.»
– Olga, Co-Founderin GYMMONKY
Profis unterbrechen Kontaminationswege, bevor sie entstehen. Drei Punkte, die nie verhandelt werden: Gym Handtuch und Sporthandtuch liegt nie auf dem Boden. Gesicht und Fitnessgerät-Kontakt werden konsequent getrennt. Nassräume werden nur mit Badeschuhen betreten.
Das sind keine Hochleistungsroutinen – das ist Systemdenken. Entscheidend ist nicht mehr Disziplin, sondern ein Setup, das typische Fehler verhindert.
Was du sofort ändern kannst – ohne Paranoia

1. Gym Handtuch und Sporthandtuch nie auf den Boden: Der Boden ist kein Ablageplatz. Dein Sporthandtuch braucht während des Trainings einen festen Platz am Rack oder Fitnessgerät – nicht auf dem Boden, nicht über Fitnessgeräte geworfen oder sonstige Ablageflächen.
2. Two-Side-Prinzip: Eine Seite des Sporthandtuchs für Fitnessgeräte, die andere ausschliesslich für Körper und Gesicht. Konsequent trennen.
3. Badeschuhe in Dusche und Umkleide: Pflicht, nicht Option. Tinea pedis überträgt sich über feuchte Böden – Schuhe unterbrechen den Weg.
4. Hände mindestens nach dem Training waschen: Vor allem vor dem Gesichtskontakt – keimfrei trainieren heisst auch, die Hände als Überträger ernst zu nehmen.
5. Sporthandtuch nach jeder Session bei 60 °C waschen: Dermatophyten-Sporen werden durch Waschen bei 60 °C wirksam eliminiert (Akhoundi et al., 2022).
Wenn du dafür eine einfache Lösung suchst: Der GYMMONKY Magnetic Towel Clip hilft, dein Sporthandtuch im Training aufzuhängen, statt es auf Boden, Fitnessgeräte-Streben oder provisorische Ablagen zu legen – und verhindert, dass es von Fitnessgeräten rutscht.
Häufige Fragen
Welche Fitnessgeräte-Oberfläche ist am stärksten kontaminiert? +
Medizinbälle, Kabelzuggriffe und Gewichtsscheiben zeigten in einer Feldstudie mit 16 Fitnessstudios besonders hohe S. aureus-Nachweisraten. Auch Fitnessgeräte-Polster können relevant sein, weil Feuchtigkeit und Schweiss die Reinigung erschweren (Dalman et al., 2019; Bilung et al., 2018).
Kann ich mich im Fitnessstudio anstecken? +
Das Risiko hängt von Erreger, Erregermenge, Eintrittspforte und persönlichem Immunstatus ab. Keimnachweis auf Oberflächen bedeutet nicht automatisch Infektion. Persönliche Hygiene – Sporthandtuch, Badeschuhe und Hände waschen – reduziert die Exposition.
Warum braucht es trotz Fitnessstudio-Reinigung eigene Hygiene? +
Fitnessstudios setzen nicht ohne Grund auf Sporthandtuch-Pflicht, Abwischpflicht und Reinigungsroutinen. Bei hoher Nutzungsfrequenz werden Fitnessgeräte zwischen den Reinigungszyklen immer wieder neu berührt. Deshalb ergänzen sich Fitnessstudio-Reinigung und eigene Hygiene: Das Studio schafft den Rahmen, Trainierende unterbrechen die Kontaktkette im Alltag.
Ist Fussinfektion im Fitnessstudio wirklich ein Thema? +
Ja, vor allem in Nassräumen. Dermatophyten können über feuchte Böden in Duschen und Umkleiden übertragen werden. Badeschuhe sind deshalb eine einfache und sinnvolle Schutzmassnahme (Ilkit & Durdu, 2015).
Wie verhindere ich, dass mein Sporthandtuch zur Keimfalle wird? +
Am wichtigsten ist: kein Bodenkontakt, klare Trennung von Fitnessgeräte- und Gesichtsseite, nach jeder Session waschen. Ein magnetischer Handtuchclip kann helfen, weil das Sporthandtuch hängt, statt auf Boden und provisorischen Ablagen zu liegen.
Quellenverzeichnis
Akhoundi, M. et al. (2022). Effect of Household Laundering, Heat Drying, and Freezing on the Survival of Dermatophyte Conidia. Journal of Fungi.
Bilung, L. M. et al. (2018). High Occurrence of Staphylococcus aureus Isolated from Fitness Equipment from Selected Gymnasiums. Journal of Environmental and Public Health.
Dalman, M. et al. (2019). Characterizing the molecular epidemiology of Staphylococcus aureus across and within fitness facility types. BMC Infectious Diseases. doi:10.1186/s12879-019-4388-3
Ilkit, M. & Durdu, M. (2015). Tinea pedis: The etiology and global epidemiology of a common fungal infection. Critical Reviews in Microbiology.
Toh, S. et al. (2023). Contamination of the geriatric medicine outpatient rehabilitation gym environment. Antimicrobial Stewardship & Healthcare Epidemiology.


Hygiene im Fitnessstudio: Was Gymgänger wirklich tun
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